NEW YORK (dpa-AFX) – Vor dem jüngsten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank haben die Wall-Street-Anleger am Mittwoch keine großen Schritte gewagt. Eine gute halbe Stunde vor der Veröffentlichung notierte der Leitindex Dow Jones Industrial mit minus 0,04 Prozent auf 26 139,21 Punkte kaum verändert, stabilisierte sich damit aber ein wenig nach zwei etwas schwächeren Tagen.

Der breit gefasste S&P 500 rückte um 0,20 Prozent auf 2884,04 Punkte vor. Noch besser schlug sich der technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 mit plus 0,31 Prozent auf 7591,66 Zähler.

In den USA hatte die Inflationsrate im März angezogen. Sie nähert sich dem von der US-Notenbank angestrebten Ziel von zwei Prozent. Die Zahlen setzten die Fed aber nicht unter Druck, die Leitzinsen nochmal zu erhöhen, kommentierten die Volkswirte der Helaba. Auch an den Finanzmärkten wird im laufenden Jahr keine Leitzinserhöhung mehr erwartet. Eine weniger straffe Geldpolitik macht Aktien als Anlage im Vergleich mit Anleihen attraktiver.

Derweil läuft die Quartalsberichtssaison der Unternehmen langsam an. Bevor die ersten US-Banken mit ihren Zahlen ab Freitag dem Start in die Berichtssaison Gewicht geben, stehen an diesem Mittwoch die Fluggesellschaft Delta Air Lines und der Jeans-Hersteller Levi Strauss (Levi’s) im Blick. Nach Börsenschluss gewähren das Einzelhandelsunternehmen Bed Bath & Beyond und die Großhandelskette Costco Wholesale Einblicke in die Bücher.

Delta-Aktien gewannen 1,3 Prozent und profitierten vor allem vom guten Ausblick der Fluggesellschaft auf das angelaufene zweite Quartal. Levi’s legte nach seiner Rückkehr an die Börse starke Geschäftszahlen vor, die die Anleger mit einem Plus von 4,8 Prozent honorierten.

Dass nach den Flugzeugabstürzen in Indonesien und Äthiopien nun die eigenen Aktionäre Boeing wegen angeblicher Vertuschung von Sicherheitsmängeln verklagen, belastete die Aktien des US-Luftfahrtriesen zusätzlich, wie das Minus von zuletzt allerdings nur noch 0,6 Prozent zeigt. Der Konzern habe entscheidende Fakten hinsichtlich der Unglücksflieger der Baureihe 737 Max verheimlicht, heißt es in der Klage.

Umstufungen bewegten einige Werte recht deutlich: Die Papiere des Solarunternehmens First Solar wurden von Goldman Sachs auf die "Conviction Buy List" gesetzt und legten um mehr als 7 Prozent zu. Die UBS stufte die Aktien des Biotechunternehmens Gilead Sciences auf "Buy" hoch. Die Anteile gewannen 2,1 Prozent.

Im Blick steht zudem der nächste große Börsengang: Der Fahrdienst Uber wird wahrscheinlich bald den nächsten Schritt gehen. Der IPO könnte einer der größten der Geschichte werden. Bereits am Donnerstag könnte der Konkurrent des seit kurzem gelisteten Unternehmens Lyft seine Pläne für die Börsennotiz offiziell veröffentlichen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Uber hatte bereits im Dezember bei der US-Börsenaufsicht den Antrag gestellt. Seitdem warten Investoren auf den Startschuss. Für die Lyft-Aktien ging es am Mittwoch um mehr als 7 Prozent abwärts./ajx/he