NEW YORK (dpa-AFX) – Die US-Börsen haben zur Wochenmitte teils deutlich an Schwung verloren. Zwar setzte der Leitindex Dow Jones Industrial seine Siegesserie fort, die Technologie-Indizes an der Nasdaq-Börse ließen hingegen kräftig Federn.

Der Dow kletterte erstmals über die 23 900-Punkte-Marke und in der Spitze bis auf 23 959,76 Zähler. Aktuell beläuft sich das Plus auf 0,32 Prozent beim Stand von 23 912,66 Punkten. Auch der breit gefasste S&P 500 rückte am Mittwoch mit 2634,89 Punkten auf ein weiteres Hoch vor. Zuletzt stand er leicht im Minus und zwar mit 0,09 Prozent auf 2624,61 Punkten.

Der Nasdaq 100 büßte 1,48 Prozent auf 6327,61 Zähler ein und der Nasdaq Composite verlor mit 1,10 Prozent auf 6836,24 Punkten ebenfalls klar. Noch am Vortag hatten beide Indizes Bestmarken erreicht.

Die Anleger schichteten derzeit wieder von den in diesem Jahr bislang sehr stark gelaufenen Tech-Werten um in Papiere mit mehr Kurspotenzial, sagten Marktbeobachter. Die Nasdaq-Indizes sind seit Jahresbeginn deutlich besser gelaufen als die Standardwerte-Indizes. Zudem sorgten sich Händler, dass Technologie-Unternehmen von den von US-Präsident Donald Trump geplanten Steuersenkungen weniger profitieren könnten als andere Branchen, sagte Analyst David Madden von CMC Markets UK.

An diesem Mittwoch verloren die Titel des iPhone-Konzerns Apple bislang mehr als zweieinhalb Prozent auf 168,50 Dollar. Die Aktien des Online-Handelsriesen Amazon rutschten um rund 3 Prozent auf 11581 Dollar ab. Amazon waren vor zwei Tagen erstmals über die Marke von 1200 Dollar gestiegen. Das Rekordhoch von Apple steht bei etwas mehr als 176 Dollar.

Neue Provokationen Nordkoreas spielten am Aktienmarkt eine eher untergeordnete Rolle. Das kommunistische Land hatte am Vortag eine weitere Interkontinentalrakete getestet. "Es ist noch nicht lange her, dass Investoren nach Raketentests Nordkoreas dem Aktienmarkt den Rücken gekehrt und sichere Anlagehäfen wie Anleihen oder Gold aufgesucht hatten", sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Händler Oanda. Da aber damals nach der verbalen Eskalation zwischen Nordkorea und den USA nichts weiter passiert sei, reagierten Investoren auf neue Tests inzwischen gelassener.

Erfreuliches gab es am Mittwoch vom US-Immobilienmarkt, wo die noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe im Oktober deutlich stärker gestiegen waren als erwartet. Hinzu kommt, dass die US-Wirtschaft im Sommer etwas stärker gewachsen war als bisher bekannt. Janet Yellen, die noch amtierende Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hatte sich zudem zuversichtlich zur Wirtschaft des Landes geäußert und sieht sich in ihrem geldpolitischen Kurs bestätigt. Das Wirtschaftswachstum stehe "zunehmend auf breiter Basis", sagte sie laut Redetext am Mittwoch vor Vertretern des US-Kongresses. Der ebenfalls am Mittwoch veröffentlichte Konjunkturbericht Fed ("Beige Book") hatte hingegen keinen Einfluss auf die Börsen.

Geschäftszahlen kamen überwiegend von Unternehmen aus der zweiten Reihe. Die Aktien von Autodesk brachen um fast 17 Prozent ein. Das Analysehaus Wedbush hatte die Papiere des Software-Unternehmens zudem auf "Neutral" abgestuft. Die Papiere von Marvell Technology legten anfangs zu, nachdem der Hersteller von Speicher- und Halbleiterprodukten mit seiner Gewinnprognose für das vierte Quartal die Markterwartungen übertroffen hatte. Zuletzt standen die Titel aber fast dreieinhalb Prozent tiefer.

Für die Anteile der Pizzakette Domino’s ging es um rund 4 Prozent hoch. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung des Analysehauses Nomura. Die Aktien von Tiffany reduzierten ihren Abschlag auf zuletzt nur noch 0,67 Prozent. Der Juwelier hatte beim Umsatz enttäuscht, mit dem Gewinn je Aktie aus dem abgelaufenen Quartal aber die Erwartungen übertroffen.

Allergan gewannen mehr als 3 Prozent. Den Papieren des Pharmaherstellers kam eine Hochstufung auf "Overweight" durch die US-Bank Morgan Stanley zugute./ajx/she