NEW YORK (dpa-AFX) – Der US-Aktienmarkt dürfte seine am Freitag unterbrochene Rally zum Wochenbeginn wieder fortsetzen. Hintergrund ist die vom US-Senat abgenickte Steuerreform. Fragen um die Russland-Affäre bleiben zwar offen, scheinen aber angesichts der Aussicht auf massive Steuererleichterungen ins Hintertreffen zu geraten.

So erreichte der Dow Jones Industrial beim Broker IG einen vorbörslichen Wert von 24 434,7 Punkten und damit gegenüber seinem letzten Schlusskurs 0,84 Prozent mehr. Seit Beginn des Jahres hat der Index insgesamt um mehr als 20 Prozent zugelegt und war dabei von Rekord zu Rekord geeilt. Auch der Dollar konnte sich am Montag gegenüber dem Euro besser behaupten.

Zwar muss das Repräsentantenhaus noch über die Steuerreform abstimmen. Die Republikaner zeigten sich aber optimistisch, dass Trump das Gesetz noch vor Jahresende unterzeichnen kann. Dieses sieht unter anderem eine Senkung der Körperschaftssteuer von derzeit 35 auf 20 Prozent vor. Laut Experten der Commerzbank könnten Unternehmen dadurch um circa 700 Milliarden Dollar entlastet werden.

Trotzdem sind damit noch längst nicht alle Probleme im Weißen Haus aus der Welt geräumt. Vielmehr lenke die Steuerreform gerade von den Ermittlungen in der Russland-Affäre und von der Tatsache ab, dass die US-Regierung am Freitag erste Ämter schließen müsse, wenn bis dahin keine Anhebung der Schuldengrenze beschlossen werde, schrieb CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl in einem Marktkommentar vom Montag. "Interessanterweise konnte man sich auf die viel teurere Steuerreform einigen, aber nicht über die Finanzierung der laufenden öffentlichen Ausgaben."

Dennoch: In den USA gibt es laut Stanzls Kollegen Michael Hewson derzeit keine Signale für eine wirtschaftliche Abschwächung. Stattdessen dürfe man sich mal wieder auf eine Woche voller wichtiger konjunktureller Impulsgeber einstellen, die ihren Höhepunkt am Freitag mit dem neuen Arbeitsmarktbericht haben wird. Am heutigen Tag werden die Zahlen zum Auftragseingang der Industrie und langlebigen Güter im Oktober Aufschluss über die künftige Entwicklung der US-Produktion geben.

Auf Unternehmensseite deutet sich ein eher ruhiger Handelstag an. Vorbörslich ging es für die Papiere des US-Krankenversicherers Aetna um 3,41 Prozent bergauf, nachdem er sich mit der Drogerie- und Apothekenkette CVS auf seine Übernahme geeinigt hatte.

Demnach will CVS rund 69 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro) für Aetna auf den Tisch legen. In den Medien war darüber bereits spekuliert worden. Die beiden Unternehmen rechnen damit, den Deal in der zweiten Jahreshälfte 2018 abzuschließen. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen allerdings noch zustimmen./kro/das