NEW YORK (dpa-AFX) – An der Wall Street wird zu Wochenbeginn mit einem kaum veränderten Handelsstart gerechnet. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn so gut wie unverändert bei 23 550 Punkten, nachdem er den verkürzten Handel am Freitag nach Thanksgiving knapp im Plus beendet hatte. Mit einem stabilen Start bleibt der Leitindex auf Tuchfühlung zum bisherigen Rekord von 23 617 Punkten, den er am vergangenen Dienstag erreicht hatte.

Weitere Indizes hatten sich am Freitag nochmals in neue Rekordhöhen begeben, sodass ihnen schon ein Kursgewinn von wenigen Punkten zu neuen Bestmarken verhelfen könnte. Der breit gefasste S&P 500 hatte vor dem Wochenende erstmals über der Marke von 2600 Punkten geschlossen. Der Nasdaq 100 als Heimat der Technologiewerte hatte es am Freitag in der Spitze bis auf 6410 Punkte geschafft.

Analyst Mike van Dulken von Accendo Markets verwies darauf, dass der Fokus der Aktienmärkte in dieser Woche weiter auf den Zinsaussichten in den USA, den von US-Präsident Donald Trump versprochenen Steuersenkungen sowie dem Treffen des Ölkartells OPEC am Donnerstag liege. Auf Seiten der Konjunkturdaten stehen zu Wochenbeginn in den USA keine Hochkaräter auf der Agenda. Einzig die Verkäufer neuer Häuser könnten hier einen Blick wert sein.

Nach dem "Black Friday", der vor dem Wochenende traditionell das Weihnachtsgeschäft im stationären Einzelhandel einläutete, locken nun am "Cyber Monday" die Internet-Shops ihre Käufer mit Schnäppchenpreisen. Beide Tage gelten als wegweisend für das wichtige Weihnachtsgeschäft und auch als Indikatoren für die allgemeine Konsumstimmung. Als Platzhirsch im Online-Bereich ging es für die Aktien des Handelsgiganten Amazon vorbörslich um etwa 1 Prozent hoch. Sie dürften damit an ihre jüngste Rekordjagd anknüpfen.

Unter den Nebenwerten zogen die Aktien des Verlagshauses Time Inc vorbörslich um fast 9 Prozent an. Der US-Verleger Meredith übernimmt das mit Problemen kämpfende Traditionshaus, das vor einigen Jahren vom Medienkonzern Time Warner abgespalten wurde. Geboten werden 18,50 Dollar je Aktie, was die Transaktion inklusive Schulden mit 2,8 Milliarden Dollar bewertet. Bei den Meredith-Aktien deutet sich ebenfalls ein deutliches Plus von fast 7 Prozent an.

Einen Blick wert sein könnten außerdem noch Ölwerte wie Chevron oder ExxonMobil . Trotz des am Montag sinkenden Ölpreises bewegten sie sich vorbörslich aber kaum von der Stelle. Marktbeobachter sprachen am Ölmarkt von einer Gegenbewegung nach einem kräftigen Anstieg in der Vorwoche. Experten erwarten, dass die OPEC am Donnerstag an Produktionskürzungen festhalten wird. "Eine Verlängerung der Vereinbarung ist mehr als wahrscheinlich", sagte Bob Minter, Investmentstratege bei Aberdeen Standard Investments./tih/oca