NEW YORK (dpa-AFX) – Nach einem gemächlichen Wochenstart dürften die US-Börsen am Dienstag etwas Fahrt aufnehmen. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn mit 0,17 Prozent im Plus bei 23 620 Punkten. Am Montag hatte es an der Wall Street und den Nasdaq-Börsen zwar weitere Rekordstände gegeben, doch letztlich war die Luft schnell wieder draußen. Die Börsen schlossen nahezu unverändert. Der Dow hatte zeitweise eine Bestmarke bei 23 638,92 Punkten erreicht.

Weiterhin dreht sich in den Vereinigten Staaten laut Marktbeobachtern alles rund um die von US-Präsident Donald Trump versprochene Steuerreform sowie um die US-Notenbank (Fed). An diesem Dienstag stellt sich der designierte Fed-Chef Jerome Powell dem Senat. Falls er dort bestätigt wird, dürfte der Republikaner den Kurs behutsamer Zinserhöhungen fortsetzen, wenn die Amtszeit von Janet Yellen Anfang Februar endet. Donnerstag oder Freitag dann könnte der US-Senat über umfangreiche Steuersenkungen entscheiden, wobei vor allem eine Unternehmenssteuersenkung von 35 auf 20 Prozent im Vordergrund steht.

Unter den Einzelwerten stehen aktuell die Aktien von Emerson und Rockwell Automation im Blick, die sich vorbörslich gegenläufig entwickelten. Der auf Automatisierungstechnik spezialisierte US-Konzern Emerson hat sein zuletzt rund 29 Milliarden US-Dollar (24,3 Milliarden Euro) schweres Übernahmeangebot für den Wettbewerber zurückgezogen. Das Rockwell-Management wehre sich weiterhin gegen Gespräche über einen Zusammenschluss, hieß es zur Begründung. Während die Emerson-Papiere vor dem Handelsstart um 1,3 Prozent stiegen, gaben die von Rockwell um 1,3 Prozent nach.

Die Anteile von Amazon legten vorbörslich um 0,8 Prozent zu und profitierten von einem positiven Kommentar der US-Bank Goldman Sachs. Analyst Heath Terry hat das Kursziel für die Aktie des Internethändlers von 1300 auf 1450 Dollar angehoben und das Papier auf der "Conviction Buy List" belassen. Vor der jährlichen Nutzerkonferenz der Amazon Web Services sei mit Impulsen für die Aktien rechnen, schrieb er. Das habe die Vergangenheit immer wieder gezeigt.

Wenig bewegt zeigte sich vorbörslich die Aktie von Wells Fargo mit minus 0,2 Prozent. Die immer noch mit den Folgen eines Scheinkonten-Skandals kämpfende US-Großbank soll laut dem "Wall Street Journal" (Dienstagausgabe) Firmenkunden bei Währungsgeschäften über den Tisch gezogen haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf zwei Mitarbeiter der Bank./ck/das