NEW YORK (dpa-AFX) – Der wieder eskalierende Zollstreit zwischen den USA und China dürfte am Montag den US-Börsen zusetzen. Der Broker IG taxierte den Leitindex Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor dem Handelsstart 1,65 Prozent tiefer auf 26 505 Punkte.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag den Druck auf China erhöht, da die Verhandlungen zu langsam voran kommen, wie er begründete. Von Freitag an sollen bereits bestehende Sonderzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar von 10 auf 25 Prozent angehoben werden. Dennoch will China zunächst weiter an den gemeinsamen Gesprächen festhalten. Die nächste Verhandlungsrunde ist bislang auf diesen Mittwoch in Washington terminiert gewesen.

Trumps Ungeduld und überraschender Tweet führten nach dem Erreichen neuer Jahreshöchststände geradezu passend bereits zu einer Abkühlung an den Börsen Asiens und Europas, kommentierte Marktanalyst Salah Bouhmidi von DailyFX. Anleger steuerten daher sichere Häfen wie Anleihen oder Gold an. Diese abwärts gerichtete Welle dürfte sich nun an der Wall Street fortsetzen und auch dort zu Gewinnmitnahmen führen.

Vor diesem Hintergrund wird es wohl nur wenige Einzelwerte geben, die sich diesem Druck entziehen können. Die Aktien des Ölförderers Anadarko dürften dazugehören, denn im Bieterwettkampf um selbigen versüßte Occidental Petroleum sein 38 Milliarden Dollar schweres Angebot. Der Ölkonzern erhöhte den Baranteil seiner Offerte, um so die bereits besiegelte Übernahme durch Chevron zu verhindern. Zudem will Occidental auch die Strafgebühr von 1 Milliarde Dollar übernehmen, die bei der Auflösung des Vertrages mit Chevron fällig würde. Während die Anteile von Anadarko vorbörslich um knapp 3 Prozent zulegten und sich auch die von Chevron moderat im Plus zeigten, gaben die von Occidental um 1,5 Prozent nach.

Um knapp 3 Prozent ging es vor dem Börsenstart für die Papiere des Flugzeugherstellers Boeing abwärts. Dieser wusste bereits rund ein Jahr vor dem ersten Absturz einer 737-Max-Maschine von einem Softwareproblem der Modellreihe, wie der Konzern nun einräumte.

Der Versicherer AIG und auch der Aromen- und Duftstoffe-Hersteller IFF könnten in den Fokus rücken, denn beide werden im Tagesverlauf ihre Quartalszahlen bekannt geben.

Zudem erwarten Anleger bereits mit Spannung den Börsengang von Uber , der einer der größten in der bisherigen Finanzgeschichte werden dürfte. Der US-Fahrdienstvermittler wird in dieser Woche den Schritt aufs Parkett der New York Stock Exchange (Nyse) wagen. Es könnte die am höchste bewertete Börsenpremiere seit der von Alibaba im Jahr 2014 werden. Anders als Chinas Online-Riese schreibt Uber bisher jedoch hohe Verluste. Erst Ende März war der kleinere Konkurrent Lyft an der Nasdaq gestartet. Auf das erfolgreiche Debut folgten allerdings rasch Kursverluste. Inzwischen wird die Aktie rund 9,50 Dollar unter ihrem Ausgabepreis von 72 Dollar gehandelt./ck/mis