NEW YORK (dpa-AFX) – Die US-Börsen dürften am Donnerstag einen neuen Erholungsversuch starten. Erstens erwarten Börsianer eine Gegenbewegung nach den heftigen Vortagesverlusten. Zweitens meldeten einige gewichtige US-Konzerne wie etwa Microsoft oder auch Merck & Co überraschend positive Quartalszahlen. Drittens überraschten mit Blick auf die Konjunkturdaten die Aufträge für langlebige Güter im September positiv.

Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsauftakt 0,81 Prozent höher auf 24 783 Punkte.

Florierende Cloud-Dienste und gefragte Büro-Software verhalfen den Software-Konzern Microsoft in seinem ersten, bis Ende September gelaufenen Geschäftsquartal 2018/19 zu deutlich mehr Gewinn und Umsatz. Die im Dow notierte Aktie sprang daraufhin vorbörslich um 3,1 Prozent.

Tesla und Twitter begeisterten am Markt ebenfalls: Erstmals seit zwei Jahren hat der E-Auto-Pionier Tesla ein Quartal mit schwarzen Zahlen beendet. Der Kurznachrichtendienst Twitter meldete trotz eines Rückgangs der Nutzerzahlen besser als erwartet gelaufene Geschäfte im dritten Quartal. Während die Tesla-Papiere vorbörslich um fast 10 Prozent zulegten, ging es für Twitter zugleich um 12 Prozent hoch.

Auch Ford meldete sowohl einen überraschend starken Umsatz im dritten Quartal als auch ein besser als erwartetes bereinigtes Ergebnis je Aktie. Und dies, obwohl höhere Materialkosten und Zölle sowie Probleme in China und Europa den Gewinn des zweitgrößten US-Autobauers im Sommer kräftig belastet hatten. Die Aktien stiegen vorbörslich um 3,4 Prozent.

Visa legten vorbörslich ebenfalls zu mit fast 2 Prozent. Das Urteil über die Geschäfte des Kreditkarten-Konzerns war gemischt. Umsatzseitig seien die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal schwächer als erwartet ausgefallen, hieß es etwa bei JPMorgan. Der Ausblick habe aber nicht enttäuscht. Merck & Co gaben hingegen vor dem Handelsstart zuletzt um 2,4 Prozent nach. Dennoch meldete der Pharmakonzern im dritten Quartal eine unerwartet starke Nachfrage. Vor allem der Umsatz des neuen Hoffnungsträgers Keytruda (ein Mittel gegen Krebs) wuchs weiter rasant. Den Aktionären will Merck zudem künftig das Leben mit einer höheren Dividende und einem Aktienrückkauf versüßen.

Nach Börsenschluss stehen zudem noch die Google-Mutter Alphabet sowie der Internethändler Amazon mit ihren Zahlenwerken im Fokus./ck/fba