NEW YORK (dpa-AFX) – Nach der US-Notenbanksitzung haben die Anleger auch am Donnerstag Vorsicht walten lassen. Aktuell vorgelegte Konjunkturdaten hatten nur begrenzt Einfluss. Rund zwei Stunden vor Handelsschluss gab der Dow Jones Industrial (DJI) um 0,58 Prozent auf 26 276,65 Punkte nach und weitete damit seine Vortagesverluste aus.

Der S&P 500 , der am Mittwoch nach einem Rekordhoch ebenfalls Verluste verbucht hatte, gab um 0,32 Prozent auf 2914,36 Punkte nach. Der Nasdaq 100 sank um 0,48 Prozent auf 7714,66 Punkte.

Laut Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader herrscht weiterhin Enttäuschung nach der Fed-Sitzung. "Ein wenig hatte man gehofft, dass Fed-Chef Jerome Powell bereits auf dieser Sitzung eine Leitzinssenkung in Aussicht stellen wird. Die Notenbank zeigte sich aber relativ neutral und möchte flexibel bleiben." Am Vorabend hatte Powell indes mitgeteilt, dass die Fed an ihrem vorsichtigen Kurs festhalten wird. Bei der Festlegung der Geldpolitik will die Fed weiterhin geduldig vorgehen, womit signalisiert wurde, dass die Leitzinsen vorerst nicht verändert werden.

Ein weiterer Börsianer verwies zudem darauf, dass bereits auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht an diesem Freitag gewartet wird. Auch die immer noch laufenden Handelsgespräche zwischen den USA und China stünden wieder verstärkt im Blick.

Auf Unternehmensseite büßten im US-Leitindex die Aktien des Kunststoffherstellers Dow nach Quartalszahlen als schwächster Wert etwas mehr als 5 Prozent ein. Die Anteile des dafür aus dem DJI entfernten Chemiekonzerns DowDupont gaben nach ebenfalls vorgelegten Zahlen zugleich um knapp 7 Prozent nach. Beide Unternehmen hatten über Umsatz- und Ergebnisrückgänge berichtet.

Erst Anfang des Monats hatte der DowDupont-Konzern, der erst 2017 durch die Fusion der beiden Chemieriesen Dow Chemical und DuPont entstanden war, sein Material- und Kunststoffgeschäft abgespalten. Ende des Monats soll nun noch das Agrarchemikaliengeschäft Corteva Ende in die Eigenständigkeit entlassen werden.

Der Sportartikelhersteller Under Armour überzeugte indes mit einem guten Jahresauftakt und hob die Gewinnprognose leicht an. Die Anteilscheine sprangen daraufhin um 4 Prozent hoch.

Für die Aktien des auf Smartphones spezialisierten Chipherstellers Qualcomm ging es um etwas mehr als 1 Prozent nach oben. Die Einigung im langwierigen Patentstreit mit Apple wird Qualcomm im laufenden dritten Geschäftsquartal 4,5 bis 4,7 Milliarden Dollar einbringen. Zudem veröffentlichte das Unternehmen Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal und einen Ausblick. Dieser wurde zwar alles in allem als recht schwach beurteilt, doch Analysten wie etwa Tal Liani von der Bank of America/Merrill Lynch erwarten, dass im dritten Geschäftsquartal der Tiefpunkt erreicht sein dürfte.

Der israelische Pharmahersteller Teva meldete einen Umsatzrückgang, während das Ergebnis je Aktie leicht besser als erwartet ausgefallen war. Für die Papiere ging es um knapp 2 Prozent abwärts. An der Nasdaq stiegen zudem die Aktien von Tesla um 4,5 Prozent, was die Investoren mit Blick auf die herben Kursverluste von fast 37 Prozent seit Mitte Dezember jedoch kaum trösten dürfte. Der Elektroautopionier will sich am Kapitalmarkt mit frischem Geld eindecken und insgesamt rund 2,1 Milliarden Dollar einsammeln. Damit trat ein, worüber bereits seit längerem spekuliert worden war.

Besonders Furore machte zudem der Börsengang des veganen Fleischersatz-Herstellers Beyond Meat aus Kalifornien. Zu 25 Dollar je Aktie ausgegeben wurden sie zuletzt zu 61,70 Dollar gehandelt. Das bedeutet einen Kursgewinn von fast 150 Prozent. Insgesamt gab Beyond Meat 9,63 Millionen Aktien aus und nahm damit 241 Millionen Dollar ein. Gemessen am Ausgabepreis wurde das Unternehmen, das etwas von Microsoft-Gründer Bill Gates und dem Schauspieler Leonardo DiCaprio unterstützt wird, so mit etwa 1,5 Milliarden Dollar bewertet. Gemessen am aktuellen Kurs beträgt der Börsenwert allerdings bereits rund 3,5 Milliarden Dollar./ck/he