FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat sich am Dienstagnachmittag knapp über der Marke von 12 700 Punkten behauptet. Zuletzt stand Deutschlands wichtigster Börsenindex 0,84 Prozent höher auf 12 704,51 Punkten. In der Spitze hatte er bis auf 12 738 Punkte zugelegt und damit seine Verluste seit Mitte vergangener Woche vollständig wettgemacht. Damit es nachhaltig nach oben gehe, müsse der Index nun auch auf Schlusskursbasis die Kursgewinne halten, sagten Experten.

Im Blick stand die Berichtssaison. Dabei nahmen die Anleger die Quartalszahlen am Dienstag überwiegend positiv auf. Problematische Themen wie der internationale Handelskonflikt und die US-Sanktionen gegen den Iran gerieten in den Hintergrund. Die Investoren konzentrierten sich mehr auf das Positive als auf das Negative, kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es zuletzt um 0,31 Prozent auf 26 975,76 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,35 Prozent auf 2948,84 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,76 Prozent auf 3509,86 Punkte zu.

Konjunkturseitig standen Daten zur Industrieproduktion in Deutschland auf der Agenda, die schwächer ausfielen als gedacht. Am Vortag hatte bereits der Auftragseingang der deutschen Industrie enttäuscht. Experten fürchten, dass künftige Daten zur Wirtschaftsentwicklung immer stärker die negativen Auswirkungen des internationalen Handelsstreits aufzeigen werden.

Die Aktien der Deutschen Post gewannen an der Dax-Spitze mehr als 3 Prozent. Die Kostenexplosion im heimischen Brief- und Paketgeschäft brockte dem Logistiker zwar wie erwartet einen Gewinneinbruch ein, jedoch bestätigte der Konzern die zuvor für 2018 gesenkte Prognose sowie die Ziele für 2020. Im Expressgeschäft setze sich die Stärke fort und die Trendwende im Frachtbereich nehme Fahrt auf, schrieben die Analysten von Bernstein Research. Noch vor wenigen Wochen hatte die Post mit einer Gewinnwarnung die Marktteilnehmer schockiert.

Am anderen Ende im Dax verloren die Papiere der Commerzbank als schwächster Wert 1,7 Prozent. Die Bank übertraf beim Überschuss zwar die Erwartungen am Markt, Händler bemängelten jedoch die Gewinnqualität und den vorsichtigen Ausblick. Im Firmenkundengeschäft tut sich das Geldhaus schwer.

Einen wechselhaften Verlauf erlebten die Aktien von Beiersdorf . Eine höhere Umsatzprognose half ihnen anfangs nicht. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt guten Lauf. NordLB-Analyst Thorsten Strauß zeigte sich zudem von den Margenzielen des Konsumgüterherstellers enttäuscht. Die Beiersdorf-Anteile drehten später aber zeitweise deutlich ins Plus und erreichten mit 103,25 Euro sogar ein Rekordhoch. Die LBBW erhöhte ihr Kursziel und sprach von einem überraschend guten ersten Halbjahr. Zuletzt notierten die Beiersdorf-Aktien moderat höher mit plus 0,4 Prozent.

Auffällig schwach präsentierten sich im MDax die Papiere von Zalando mit einem Abschlag von fast 5 Prozent. Die Hitzewelle in vielen Teilen Europas macht dem Modeonlinehändler zu schaffen. Das rasante Tempo, mit dem Zalando für gewöhnlich vorprescht, fiel im zweiten Quartal schwächer aus als erwartet. Auch für das Gesamtjahr zeigte sich das MDax-Unternehmen nun pessimistischer.

Top-Wert im MDax waren dagegen Schaeffler mit einem Plus von fast 8 Prozent. Die Ergebnisse des Autozulieferers für das zweite Quartal seien "klar positiv", schrieb Analyst Florian Treisch von Mainfirst in einer ersten Einschätzung. Auch ElringKlinger punktete mit Geschäftszahlen, die Aktien legten im SDax um fast 6 Prozent zu. Der gesamt Autosektor zeigte sich fest.

Sehr hohe Kursgewinne von mehr als 10 Prozent beziehungsweise fast 8 Prozent gab es im SDax bei den Anteilen des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson und des Kohlenstoffspezialisten SGL Group , die jeweils mit ihren Quartalszahlen die Kurse beflügelten.

Im TecDax eroberten Medigene die Spitze mit plus 3,7 Prozent. Das Biotech-Unternehmen hatte dank geringerer Kosten im zweiten Jahresviertel seinen Verlust reduziert.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,22 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 141,05 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,09 Prozent auf 162,10 Punkte. Der Euro legte zu und kostete zuletzt 1,1598 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1543 (Freitag: 1,1588) US-Dollar festgesetzt./ajx/fba

— von Achim Jüngling, dpa-AFX —