FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat am Dienstag die runde Marke von 13 000 Punkten zunächst aus den Augen verloren. Mit zuletzt minus 0,46 Prozent auf 12 888,18 Punkten rutschte der deutsche Leitindex auch wieder unter die am Vortag noch deutlich übersprungene Marke von 12 900 Punkten. Vor dem Feiertag am Donnerstag sind der Dienstag und Mittwoch noch einmal heiße Tage in der Berichtssaison.

Der weiter nachgebende Euro half dem Dax am Dienstag nicht. Denn zusammen mit einem in den vergangenen Tagen gestiegenen Ölpreis baue sich für die Eurozone nun Inflationsdruck auf, der auch am deutschen Aktienmarkt bald wachsende Zinssorgen auslösen könnte, analysierte Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets die Lage.

Seit Ende März hat der Dax ausgehend von seinem Tief bei 11 727 Punkten allerdings kräftige Kurszuwächse verbucht. Und nach dem Anstieg am Vortag bis auf 12 961 Zähler gönne er sich nun eine Verschnaufpause, sagte Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Für ihn ist der der Sprung über 13 000 Punkte nur eine Frage der Zeit.

Jedoch könnte laut Cutkovic die Furcht vor neuen geopolitischen Risiken die Börsen kurzfristig unter Druck bringen. So will US-Präsident Donald Trump am Dienstag um 14 Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ) bekanntgeben, wie er sich die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran vorstellt. Trump sei gegenüber dem Iran extrem misstrauisch und ein Ausstieg aus dem Abkommen auch deshalb ziemlich wahrscheinlich, so Cutkovic. Im Ölmarkt sei ein solcher Ausgang bereits in den Preisen inbegriffen, im Aktienmarkt dagegen nicht.

Der MDax gab am Dienstag gegen Mittag um 0,25 Prozent auf 26 617,37 Punkte nach. Für das Technologiewerte-Barometer TecDax ging es um 0,68 Prozent runter auf 2735,51 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte 0,40 Prozent schwächer bei 3550,01 Punkten.

Unter den Aktien der Unternehmen, die mit Quartalsbilanzen im Fokus stehen, ragten im Dax die der Deutschen Post besonders negativ hervor. Sie verloren am Index-Ende gut 6 Prozent. "Die Ergebnisse des Logistikers enttäuschen durch die Bank", sagte ein Börsianer. An der Dax-Spitze verteuerten sich dagegen die Anteile von Beiersdorf nach Zahlen um mehr als 2 Prozent. Der Konsumgüterkonzern bekam zum Jahresauftakt erneut Rückenwind von seiner Klebstofftochter Tesa.

Aus dem Dax standen zudem mit Geschäftszahlen die Aktien des Rückversicherers Munich Re , des Versorgers Eon und des Autozulieferers Continental im Blick. Continental rückten leicht vor, die andern beiden gaben nach.

Im MDax sackten die Aktien des Medienkonzerns Axel Springer nach dem Quartalsbericht um 5 Prozent ab. Sie bewegen sich seit rund zwei Monaten zwischen 64,70 Euro und 69,55 Euro seitwärts und fielen nun von der Oberkante wieder zurück. Analyst Marcus Diebel von JPMorgan machte in seiner ersten Reaktion bei insgesamt im Rahmen der Erwartungen liegenden Ergebnissen ein etwas abgekühltes Geschäft mit Online-Kleinanzeigen aus. Das Wachstum sei aber immer noch solide.

Für die Papiere von Zalando ging es als Topwert im MDax nach Zahlen um mehr als dreieinhalb Prozent hoch. Die Margen des Online-Händlers seien schwach, sagte ein Händler. JPMorgan-Analysten bewerteten das Zahlenwerk aber insgesamt etwas besser als erwartet. Und die Baader Bank sieht Zalando mit der Kapitalmarktstory weiter auf einem guten Weg.

Eine Abstufung auf "Sell" durch die Baader Bank brockte im TecDax den Aktien des IT-Dienstleisters Cancom ein Minus von fünfeinhalb Prozent ein. Dies bedeutete den letzten Platz in dem Index./ajx/fba

— Von Achim Jüngling, dpa-AFX —