FRANKFURT (dpa-AFX) – Trotz guter Vorgaben der Übersee-Börsen hat sich der Dax am Montag nicht über der viel beachteten Marke von 13 000 Punkten halten können. Er zollte damit auch der vorangegangenen, wochenlangen Kursrally Tribut. "Der Index hat Mühe, sich von dieser psychologisch wichtigen Marke nach oben abzusetzen. Man merkt, dass die Luft auf dem hohen Niveau langsam dünner wird", kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Zudem sorgten der wieder stärkere Euro und der Unsicherheitsfaktor Italien für Gegenwind.

Zuletzt stand der deutsche Leitindex 0,36 Prozent im Minus bei 12 954,14 Punkten. Am Freitag hatte er zwar moderat nachgegeben, unter dem Strich aber die siebte Handelswoche in Folge mit Gewinnen beendet. Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Montagnachmittag um 0,42 Prozent auf 26 588,37 Zähler nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,53 Prozent auf 2764,77 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,17 Prozent auf 3559,50 Punkte.

Für viele Marktteilnehmer muss der Dax in dieser Woche beweisen, ob er die 13 000-Punkte-Schwelle nachhaltig hinter sich lassen kann. Am vergangenen Donnerstag hatte er die Marke erstmals seit Anfang Februar wieder übersprungen und sie zum Wochenausklang knapp verteidigt. Die Umsätze waren wegen des Feiertages und des anschließenden Brückentages allerdings dünn. Das sollte sich in der neuen Woche wieder ändern, in der erneut die Berichtssaison Akzente setzt. Bereits an diesem Montag standen einige Unternehmen aus den hinteren Indizes der Dax-Familie mit Quartalszahlen im Fokus.

Beim Flugzeugbauer Airbus sorgte ein weiterer Abgang im Management für einen Kursrutsch von 2,32 Prozent, womit die Titel größter Verlierer im MDax waren. Finanzchef Harald Wilhelm werde das Unternehmen im kommenden Jahr zusammen mit Konzernchef Tom Enders verlassen, teilte der Boeing-Rivale mit.

Die Anteilsscheine der Deutschen Pfandbriefbank , die dank deutlich gesunkener Refinanzierungskosten gut in das laufende Jahr gestartet ist, verloren marktkonforme 0,37 Prozent. Das erste Quartal habe die Erwartungen weitgehend erfüllt, schrieb Analyst Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan.

Die Aktien von MDax-Favorit K+S gewannen dagegen 2,48 Prozent. Der Dünger- und Salzproduzent verfehlte zu Jahresbeginn die Markterwartungen. Die dennoch bestätigten Jahresziele, die deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis vorsehen, konnten die Anleger aber offenbar versöhnen. Die Probleme im ersten Quartal dürften nur vorübergehender Natur gewesen sein, gaben Analysten Entwarnung.

Bei Innogy stand ein Kursplus von 0,33 Prozent zu Buche. Der vor der Zerschlagung stehende Energiekonzern berichtete für das erste Quartal rückläufige Gewinne, hielt aber an seinen Jahreszielen fest. Börsianer sahen die Resultate genau im Rahmen der Erwartungen. Doch der Fokus der Anleger liege ohnehin auf der geplanten Aufteilung des Unternehmens unter den beiden Energieriesen Eon und RWE .

Im TecDax setzten sich Medigene-Titel mit einem Plus von fast 10 Prozent an die Spitze. Das Biotechunternehmen erhält für den Ausbau der Partnerschaft mit dem Anbieter von Gen- und Zelltherapien Bluebird Bio in der Krebs-Immuntherapie eine Vorab-Zahlung von 8 Millionen US-Dollar. Zudem werden ihm zusätzliche Kosten für Forschung und Entwicklung erstattet. Deshalb geht Medigene auch davon aus, im laufenden Jahr weniger Barmittel zu verbrauchen als bisher gedacht.

Dahinter ging es für Aumann um 2,67 Prozent hoch. Der auf Elektromobilität spezialisierte Maschinenhersteller steigerte im ersten Quartal vor allem den Auftragseingang deutlich. Seine Tage im TecDax sind dennoch gezählt, da die Deutsche Börse das Unternehmen fortan nicht mehr dem Technologiesektor, sondern der klassischen Maschinenbaubranche zuordnen wird. Damit dürfte Aumann ab Juni vom TecDax in den MDax wechseln.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,38 Prozent am Freitag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,25 Prozent auf 139,68 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,31 Prozent auf 158,42 Punkte. Der Euro erholte sich weiter in Richtung 1,20 US-Dollar: Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1987 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1934 (Donnerstag 1,1878) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8379 (0,8418) Euro./gl/she

— Von Gerold Löhle, dpa-AFX —