FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat sich am Montag über der Marke von 13 000 Punkten gehalten. Eine klare Richtung jedoch fand das deutsche Börsenbarometer bis zum Nachmittag nicht. Im Spannungsfeld zwischen starken Wirtschaftsdaten und einem damit einhergehenden starken Euro falle Anlegern das Abwägen schwer, denn ein Wertanstieg der Gemeinschaftswährung kann den Warenexport deutscher Unternehmen erschweren, hieß es am Markt. Nach einigem Hin und Her im Handelsverlauf zeigte sich der Dax zuletzt mit 0,08 Prozent im Minus bei 13 049,96 Punkten.

"Kurz nach der Markteröffnung schaute es noch danach aus, als wollten die Bären einen Versuch starten, den deutschen Leitindex unter die 13 000er Marke zu drücken", sagte Marktbeobachter Jens Klatt. Zwar habe dies erfolgreich abgewehrt werden können, doch in Richtung 1,20 US-Dollar laufende Euro könnte dem Hoffen auf eine Jahresendrallye im Dax noch einen Strich durch die Rechnung machen, warnte er.

Am Vormittag war die Gemeinschaftswährung mit 1,1957 Dollar auf den höchsten Stand seit September gestiegen und kostete zuletzt 1,1948 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1877 Dollar festgesetzt. Auftrieb für den Euro kommt momentan vor allem durch die robuste Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und vielen anderen Euroländern. Zugleich steht der Dollar tendenziell unter Druck, weil sich die US-Notenbank zuletzt besorgt über die verhaltene Inflation gezeigt hatte.

Unterdessen zeigte sich der MDax prozentual unverändert bei 26 703,41 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,56 Prozent auf 2556,55 Zähler. Der EuroStoxx 50 gab zuletzt wie der Dax um 0,08 Prozent nach.

Unter den Einzelwerten stachen Aktien aus der Chipbranche hervor, etwa Infineon mit minus 1,25 Prozent am Dax-Ende oder im TecDax Aixtron und Siltronic mit Kursverlusten um die drei Prozent sowie Dialog Semiconductor mit minus 0,85 Prozent. Nach Ansicht der US-Bank Morgan Stanley dürfte der Nachfragezyklus für Speicherchips in Kürze den Höhepunkt erreichen. Entsprechend werden Risiken für das Gewinnwachstum der Branche befürchtet.

Die Papiere der Commerzbank hingegen zählten zu den gefragtesten Werten im Leitindex und stiegen um 0,62 Prozent. Sie profitierten von einem Bericht in der Schweizer Zeitung "NZZ am Sonntag". Diese hatte aus informierten Kreisen berichtet, dass die Schweizer Bank UBS an Teilen des deutschen Geldinstituts interessiert sei.

Eine positive Studie der Deutschen Bank verhalf den Papieren von SLM Solutions auf ein Rekordhoch bei 47,295 Euro. Analyst Uwe Schupp blickt optimistisch auf die Entwicklung der 3D-Druckerbranche, nachdem zuletzt die Übernahmeaktivitäten des Industriekonzerns General Electric für Unsicherheit gesorgt hatten.

Ansonsten standen vor allem Unternehmen aus dem Kleinwerte-Index SDax im Blick: Zahlen legten der Autozulieferer Stabilius , der Essenslieferant Delivery Hero und der Immobilienkonzern Aroundtown Property vor. Während die Aktien der beiden letztgenannten von den Geschäftsberichten profitierten und zwischen einem und 1,5 Prozent zulegten, gaben die von Stabilus um rund 1 Prozent nach. Hier hatte laut Händlern der Umsatzausblick enttäuscht. ElringKlinger legten hingegen an der Index-Spitze um rund 3 Prozent zu. Der Autozulieferer hat einen Rahmenvertrag über ein Joint Venture zur Entwicklung, Fertigung und zum Vertrieb von Batteriemodulen für den weltweiten Automarkt geschlossen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Freitag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 141,37 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,10 Prozent auf 163,05 Punkte vor./ck/oca

— Von Claudia Müller, dpa-AFX —