FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat sich zum Wochenstart ohne klare Richtung gezeigt. Im Spannungsfeld zwischen starken Wirtschaftsdaten und einem damit einhergehenden starken Euro falle Anlegern ein Abwägen schwer, denn ein Wertanstieg der Gemeinschaftswährung kann den Warenexport deutscher Unternehmen erschweren, hieß es am Markt. Gegen Montagmittag legte der Leitindex nach einigem Hin und Her schließlich um 0,07 Prozent auf 13 068,68 Punkte zu.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen, der MDax stieg um 0,30 Prozent auf 26 783,01 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,20 Prozent auf 2565,86 Zähler. In Asien wurden leichte Verluste verbucht, während die meisten Börsen Europas in positives Terrain umschwenkten: Der EuroStoxx 50 gewann zuletzt 0,27 Prozent.

Nachdem der Dax Anfang November zeitweise auf Talfahrt gegangen war, versucht er sich seit der vergangenen Woche zwischen 12 900 und 13 200 Punkten zu stabilisieren. Nach unten hin ist der Leitindex dabei laut Jochen Stanzl, Marktexperte bei CMC Markets, wegen der wirtschaftlichen Situation in Deutschland und der Eurozone abgesichert. Der zugleich starke Euro jedoch belaste. Dieser hält sich infolge der jüngst weiteren sehr positiven Daten aus Europa seit Freitag stabil über 1,1900 US-Dollar. Zuletzt wurde er zu 1,1937 Dollar gehandelt.

Unter den Einzelwerten stachen die Aktien aus der Chipbranche wie Infineon , Dialog Semiconductor oder Aixtron mit Kursverlusten heraus. Infineon gaben am Dax-Ende 1,25 Prozent ab. Im TecDax zeigten sich vor allem die Aixtron-Aktien mit minus 3,17 Prozent schwach. Nach Ansicht der US-Bank Morgan Stanley dürfte der Nachfragezyklus für Speicherchips in Kürze seinen Höhepunkt erreichen. Entsprechend rechnen die Experten der Bank mit Risiken für das Gewinnwachstum der Branche.

Die Papiere der Commerzbank hingegen stiegen an der Dax-Spitze um 1,20 Prozent. Sie profitierten von einem Bericht in der Schweizer Zeitung "NZZ am Sonntag". Diese hatte aus informierten Kreisen berichtet, dass die Schweizer Bank UBS an Teilen des deutschen Geldinstituts interessiert sei.

Die Anteile der Lufthansa gewannen an zweiter Stelle 0,86 Prozent. Deutschlands größte Fluggesellschaft wehrt sich nach dem Aus des Konkurrenten Air Berlin gegen Vorwürfe der Preistreiberei. "Was kolportiert wird über angebliche Preissteigerungen, ist nachweisbar nicht zutreffend", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister der Zeitung "Welt am Sonntag".

Im SDax standen drei Unternehmen mit ihren Quartalszahlen im Blick. Die Aktien des Autozulieferers Stabilius gaben einem Händler zufolge wegen Enttäuschungen beim Umsatzausblick nach. Sie verloren 1,76 Prozent. Die Anteile des Essenslieferanten Delivery Hero fanden nach vorgelegten Umsatzzahlen und einem bestätigtem Jahresausblick zunächst keine klare Richtung. Gegen Mittag dann legten sie um 1,44 Prozent zu.

Steigende Mieten in deutschen Großstädten und ein kräftig gewachsenes Portfolios verhalfen den Aktien von Aroundtown Property zu Gewinnen. Die Papiere des auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Unternehmens rückten um 0,96 Prozent vor./ck/zb

— Von Claudia Müller, dpa-AFX —