FRANKFURT (dpa-AFX) – Schwache Börsenvorgaben aus Übersee dürften den Dax am Mittwoch wieder deutlich unter die viel beachtete 13 000-Punkte-Marke drücken. Eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn notierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex 0,88 Prozent unter dem gestrigen Schlussstand bei 12 934 Punkten.

Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeichnete sich ebenfalls ein schwacher Auftakt ab. Beide Indizes hatten zu Wochenbeginn ihre deutlichen Verluste vom Freitag ausgebügelt, waren anschließend aber kaum von der Stelle gekommen.

In den USA waren die Aktienkurse am Dienstag kontinuierlich abgebröckelt. Am Ende hatten der Leitindex Dow Jones Industrial sowie der marktbreite S&P 500 mit Verlusten und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 nur hauchdünn im Plus geschlossen. Dazu dominierten an Asiens Börsen zuletzt deutlich negative Vorzeichen.

Bereits seit Mitte November ist der Dax in einer Spanne von 12 800 bis 13 200 Punkten gefangen. "Die institutionellen Anleger haben die Bücher für dieses Jahr überwiegend schon geschlossen", sagte ein Händler. Nach einer Dax-Rally von fast 14 Prozent seit Jahresbeginn sei diese außerordentlich gute Entwicklung nun "eingebucht". Das habe zur Folge, dass in den noch verbleibenden Handelstagen zunehmend "das unstete, schnelle Geld" das Börsengeschehen dominieren dürfte, fügte der Händler hinzu. Größere Kursausschläge seien also nicht ausgeschlossen.

Am Nachmittag könnte der November-Bericht zur Entwicklung der US-Beschäftigung im privaten Gewerbe für Bewegung sorgen. Er gilt als Indikator für den weitaus wichtigeren offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag.

Am deutschen Aktienmarkt stand der Kurssturz beim Möbelhändler Steinhoff im Fokus. Nach dem am Vorabend angekündigten Rücktritt von Vorstandschef Markus Jooste und der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten durch die Prüfungsgesellschaft PwC sagte das Unternehmen die Vorlage der eigentlich angekündigten, ungeprüften vorläufigen Kennziffern für das vergangene Geschäftsjahr ab.

Auf der Handelsplattform Tradegate brach der Steinhoff-Aktienkurs vorbörslich um gut die Hälfte gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Vortag auf 1,51 Euro ein. Bereits am Vortag hatten sie im Xetra-Handel bei knapp 3 Euro den niedrigsten Stand seit dem Börsengang Ende 2015 markiert.

Ein drohender langwieriger Rechtsstreit in den USA um den Gerinnungshemmer Xarelto setzte indes Bayer unter Druck: Vorbörslich verloren die Titel des Pharmakonzerns gut zweieinhalb Prozent. Ein Händler nannte das Urteil einer Jury in Philadelphia, die einer Frau insgesamt fast 28 Millionen US-Dollar zugesprochen hatte, ein "neues Damoklesschwert". Angesichts des enorm hohen Umsatzes des Medikaments sei die Entscheidung ein schwerer Schlag für die Leverkusener. Sie wollen gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen.

Bei ProSiebenSat.1 nahmen die Anleger die Präsentation der neuen Unternehmensstrategie indes vergleichsweise gelassen auf: Auf Tradegate notierten die Anteilsscheine des Medienkonzerns moderat im Plus.

Die Titel von Delivery Hero büßten vorbörslich gut 6 Prozent ein, nachdem der Essenslieferant angekündigt hatte, sich am Kapitalmarkt frisches Geld für mögliche Übernahmen verschaffen zu wollen. Der Zeitpunkt für eine solche Maßnahme bereits wenige Monate nach dem Sprung aufs Parkett sei "recht ungewöhnlich", merkte ein Börsianer an./gl/das