FRANKFURT (dpa-AFX) – Die verworrene Lage in Katalonien dürfte am Dienstag für Zurückhaltung unter den Anlegern am deutschen Aktienmarkt sorgen. Daher könnte die 13 000-Punkte-Marke für den Dax vorerst weiterhin unerreicht bleiben. Der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenbeginn mit 0,12 Prozent im Minus bei 12 961 Punkten. Der EuroStoxx 50 dürfte ähnlich schwächeln.

Zum Wochenstart hatte das deutsche Börsenbarometer zwar wieder einen Rekord aufgestellt und sich der runden Marke bis auf gut 3 Punkte genähert, doch dann hatte einmal mehr der nötige Schwung gefehlt. "Insgesamt fehlen neue Impulse, die für die notwendige Bewegungsdynamik sorgen", kommentierte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Möglich sei, dass die in dieser Woche beginnende US-Quartalsberichtssaison zum Ausbruch des Dax über die psychologisch wichtige 13 000-Punkte-Hürde verhelfen könnte, doch "das Pendel könnte auch zur anderen Seite ausschlagen, sofern die Zahlen und vor allem der Ausblick der Unternehmen nicht überzeugen".

Bevor nun am Abend zunächst die mit Spannung erwartete Rede von Carles Puigdemont, dem Chef der katalanischen Regionalregierung, vor dem Parlament von Barcelona ansteht, stehen Daten zur deutschen Handelsbilanz im Blick. Im August konnte der deutsche Außenhandel seine Exporte kräftig steigern. Auch die Einfuhren stiegen deutlicher als erwartet.

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien des Dax-Konzerns Infineon im Tagesverlauf in den Blick rücken, da der Chipkonzern zum Investorentag geladen hat. Unterdessen meldete der Biotech-Konzern Evotec eine Meilensteinzahlung in der strategischen Allianz mit dem US-Pharmahersteller Celgene. Das Erreichen des ersten Meilensteins löste bei Evotec Umsatzerlöse in Höhe von 5 Millionen US-Dollar im dritten Quartal aus. Auf der Handelsplattform Tradegate gewannen Evotec vorbörslich 1,5 Prozent im Vergleich zum Xetra-Kernhandelsschluss.

Symrise könnten auf die Zahlen des Schweizer Konkurrenten Givaudan reagieren. Der Aromen- und Riechstoff-Hersteller wuchs in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017 weiter. Das stärkste Wachstum war dabei aus der Region Nord-Amerika gekommen. Zudem bekräftigte Givaudan seinen Ausblick.

Zudem dürften Analystenkommentare bewegen: So büßten die Anteile von Nordex vorbörslich auf Tradegate knapp 3 Prozent ein und litten darunter, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs das Papier von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 12 auf 8 Euro gesenkt hat. Wegen der Schwäche auf dem deutschen Markt kappte Analyst Manuel Losa seine Prognosen für den Windkraftanlagen-Hersteller für die Jahre 2018 bis 2020.

Wacker Neuson wurden vom Bankhaus Lampe auf "Halten" abgestuft, was der Aktie ein vorbörsliches Minus von knapp 2 Prozent auf Tradegate bescherte. Thyssenkrupp , ebenfalls von Lampe ins Visier genommen, gaben um 0,3 Prozent nach. Hier hatten die Analysten die Aktie des Industriekonzerns von ihrer "Alpha Liste" gestrichen, in die Aktien mit besonders hohem Kursgewinnpotenzial aufgenommen werden./ck/jha/