FRANKFURT (dpa-AFX) – Dem Dax winkt am Donnerstag eine Erholung von seinen moderaten Vortagsverlusten. Eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart notierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den wichtigsten deutschen Aktienindex 0,34 Prozent über dem gestrigen Schlussstand bei 13 043 Punkten. Beim vortags gleichermaßen schwächelnden Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeichnete sich am Donnerstagmorgen ein ähnliches Plus ab.

Damit dürfte sich die jüngste Kursentwicklung des Dax fortsetzen: Seit Mitte November ist er in einer mehr oder weniger engen Handelsspanne um die viel beachtete Marke von 13 000 Punkten gefangen.

Aktuell zeige sich das Börsenbarometer unbeeindruckt von der möglichen Eskalation politischer Krisen, schrieb Analyst Timo Emden vom Research-Dienst DailyFX Deutschland. Die Stimmung könnte jedoch schneller kippen als gedacht und dem Dax erneut einen kräftigen Dämpfer verpassen.

Emden verwies auf Nordkorea sowie die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, was auf massive Kritik vor allem in der arabischen Welt stieß. Diplomaten, Politiker und Wissenschaftler sehen darin eine große Gefahr für den Friedensprozess in Nahost.

Von den Überseebörsen kam am Donnerstag kein Rückenwind für den Dax: In Asien fanden die wichtigsten Handelsplätze zuletzt keine gemeinsame Richtung. An der Wall Street hatten der Leitindex Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 ihre anfänglichen Gewinne im Handelsverlauf großteils wieder abgegeben. Technologiewerte hatten sich dagegen vom jüngsten Rücksetzer etwas erholt.

Am deutschen Aktienmarkt sorgten vorbörslich einige Analystenkommentare für vorbörsliche Kursbewegungen. Die Aktien des Spezialchemiekonzerns Evonik büßten wegen einer neuen Verkaufsempfehlung der Schweizer Bank UBS auf der Handelsplattform Tradegate rund 2 Prozent ein. Dagegen legten die Titel von Konkurrent Lanxess um fast 3 Prozent zu, da die Schweizer sie hochstuften und nun zum Kauf raten.

Derweil drohen den vortags um über 60 Prozent abgestürzten Steinhoff-Aktien weitere Verluste – zuletzt standen sie bei Tradegate rund 14 Prozent im Minus bei 0,95 Euro. Im schwelenden Bilanzskandal hatte der Ikea-Rivale am Vorabend die Notbremse gezogen und sich wegen Unregelmäßigkeiten in den Büchern von seinem Chef Markus Jooste getrennt. Zudem verschob das Unternehmen die Vorlage seiner Jahreszahlen auf unbestimmte Zeit./gl/das