FRANKFURT (dpa-AFX) – Zum Auftakt der US-Berichtssaison sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder etwas mutiger geworden. Zudem stützte der weiter schwächelnde Euro. Das könnte dem Dax noch ein Wochenplus bescheren. Zunächst positiv aufgenommene Wirtschaftsdaten aus China erschienen Börsianern hingegen auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so positiv.

Bis zum Nachmittag gewann der Leitindex 0,33 Prozent auf 12 534,79 Punkte, was auf Wochensicht einen ebensolchen Anstieg bedeuten würde.

Trotz der Handelsspannungen Chinas stieg der Warenaustausch mit den USA im ersten Halbjahr deutlich. Allerdings könnte es sich dabei lediglich um Vorzieheffekte wegen des Zollstreits gehandelt haben, schränkten Börsianer ein. Zudem schwächte sich das Wachstum im chinesischen Außenhandel im Juni verglichen mit dem Vormonat ab.

Der MDax rückte am Freitag um 0,44 Prozent auf 26 433,78 Punkte vor, während der Technologiewerte-Index TecDax mit 0,20 Prozent bei 2821,29 Zählern im Minus verharrte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte zugleich um 0,29 Prozent zu.

Der Euro wurde am frühen Nachmittag zu 1,1641 US-Dollar gehandelt und blieb damit unter dem von der EZB am Vortag festgelegten Referenzkurs von 1,1658 Dollar. Der Dollar hatte damit 0,8578 Euro gekostet. Das kann exportorientierten Unternehmen helfen, ihre Waren leichter außerhalb der Eurozone abzusetzen.

In den USA überzeugte die Großbank JPMorgan Chase mit ihrem Quartalsbericht. Das im US-Leitindex gelistete Finanzinstitut verdiente im zweiten Jahresviertel mehr als erwartet und auch die Erträge überraschten positiv. Die Citigroup und Wells Fargo versetzten die Anleger mit ihren Zahlen nicht in Euphorie.

Nichtsdestotrotz drehten die Aktien der Deutschen Bank am Nachmittag ins Plus und stiegen zuletzt um 1,3 Prozent. Die bekräftigte Verkaufsempfehlung des Citigroup-Analysten Andrew Coombs trat in den Hintergrund.

Mit minus 3,5 Prozent waren die Papiere des Medizinkonzerns Fresenius Dax-Schlusslicht. Im Streit um die abgesagte Übernahme von Akorn fürchten Anleger im Falle einer Niederlage hohe Kosten. Müsste der US-Generikahersteller übernommen werden, würden alle von Unregelmäßigkeiten betroffenen Produkte des US-Konzerns zurückgerufen und dessen Betriebsprozesse überarbeitet, sagte ein Fresenius-Manager vor Gericht aus. Dies werde vier Jahre dauern und etwa 254 Millionen US-Dollar (218 Mio Euro) kosten.

Im TecDax litten die Anteile von Siemens Healthineers unter Gewinnmitnahmen. Nachdem Deutsche-Bank-Analyst Gunnar Romer schrieb, dass es Zeit ist, Luft zu holen, sanken die Papiere zuletzt um 2,6 Prozent. Romer rechnet allerdings mit soliden Quartalszahlen. Am Donnerstag hatte sich die Aktie des Spezialisten für Bilddiagnostik erstmals in ihrer noch jungen Börsengeschichte der 40-Euro-Marke genähert. Im Zuge der Abspaltung vom Industriekonzern Siemens war das Papier im März zu 28 Euro ausgegeben worden.

An der Spitze im MDax gewannen Dürr 2,5 Prozent, sie profitierten von einer positiven Analystenstudie. Das Bankhaus Metzler sprach nun eine Kaufempfehlung für die Aktie des Autozulieferers aus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 141,63 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,28 Prozent auf 163,13 Punkte zu./ck/fba

— Von Claudia Müller, dpa-AFX —