PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die versöhnlichen Töne von Chinas Staats- und Parteichef angesichts des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits haben Europas Aktienmärkte am Dienstag gestützt. Der EuroStoxx 50 baute seine Vortagesgewinne deutlich aus und stieg um 0,66 Prozent auf 3437,48 Punkte.

Für den französischen CAC-40 ging es um 0,68 Prozent auf 5299,08 Punkte nach oben. Der britische FTSE 100 rückte um 0,36 Prozent auf 7220,86 Zähler vor.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte in einer Rede auf dem asiatischen Wirtschaftsforum in Bo’ao in Südchina geringere Zölle auf Autoimporte, mehr Marktzugang und bessere Investitionsbedingungen in Aussicht gestellt. Die Aussagen des Staats- und Parteichefs deuteten auf ein kapitalistischeres und globaler aufgestelltes China hin, schrieb Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK.

Aus Branchensicht hatten europaweit Aktien der konjunktursensiblen Bergbauunternehmen mit einem Plus von 2,19 Prozent die Nase vorn. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hatte die Anteilsscheine zu Wochenbeginn noch stark belastet. Die als eher defensiv geltenden Versorgerwerte bildeten nun am Dienstag mit minus 0,47 Prozent das Schlusslicht in der Sektorübersicht.

Ebenfalls im Fokus standen die Hersteller von Luxusgütern, nachdem der französische Konzern LVMH überraschend gute Umsatzzahlen veröffentlicht hatte. Analysten fanden lobende Worte. Einmal mehr hätten die Franzosen ein starkes Zahlenwerk abgeliefert, schrieb Expertin Francesca Di Pasquantonio von der Deutschen Bank. Die Erlöskennziffern für das erste Quartal hätten selbst die optimistischsten Analystenprognosen noch übertroffen und ließen positive Rückschlüsse auf die gesamte Branche zu.

So zogen die Papiere von LVMH mit einem Plus von gut 5 Prozent auf 276,05 Euro an die EuroStoxx-Spitze. Zwischenzeitlich waren sie sogar auf ein Rekordhoch geklettert. Die Anteilsscheine von Kering zählten mit einem Plus von mehr als 3 Prozent zu den weiteren Favoriten an der Börse in Paris. In Zürich kletterten die Aktien von Richemont um fast 3 Prozent in die Höhe.

Schlusslicht im Schweizer Leitindex SMI waren die Papiere von Givaudan mit einem Minus von mehr als 3 Prozent. Der Genfer Aromen- und Riechstoff-Hersteller war im ersten Quartal 2018 zwar gewachsen, allerdings nicht so stark wie am Markt erwartet./la/fba