PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Dienstag nachgegeben. Damit knüpften sie an ihren schwachen Wochenauftakt an, wobei die Verluste geringer ausfielen als an der Wall Street und an den asiatischen Handelsplätzen. Neben Konjunktursorgen und dem US-chinesischen Zollstreit drückten hierzulande noch die anhaltenden Unsicherheiten um den Brexit auf die Stimmung.

Am späten Vormittag sank der EuroStoxx 50 um 0,14 Prozent auf 3059,22 Punkte. Damit steuert der Leitindex der Eurozone auf den dritten Verlusttag in Folge zu. Der Pariser Cac 40 verlor 0,28 Prozent auf 4786,32 Punkte und der Londoner FTSE 100 0,65 Prozent auf 6729,32 Punkte.

In Europa untermauerte der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex die Sorgen über die Wirtschaftsentwicklung: Er ging im Dezember den vierten Monat in Folge zurück, und das auch noch stärker als von Analysten erwartet.

Derweil will die britische Regierung über die weiteren Vorbereitungen für einen ungeregelten Brexit entscheiden. Erwartet wird, dass sich die Minister dafür aussprechen werden, die Vorsorgemaßnahmen erheblich zu erhöhen. Der Schritt wird als Signal an die EU und an die Abgeordneten im Unterhaus gewertet, dass es die Regierung ernst meint, notfalls ohne Abkommen aus der Staatengemeinschaft auszutreten. Knapp 100 Tage vor dem EU-Austritt des Landes am 29. März ist noch immer nicht in Sicht, wie Premierministerin Theresa May das mit Brüssel ausgehandelte Abkommen durchs Parlament bringen will.

Im europäischen Branchenvergleich traf es am Dienstag die Öl- und Gasunternehmen am härtesten: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 büßte 1,64 Prozent ein und notierte auf dem tiefsten Stand seit April. Er litt unter dem weiteren Sinkflug der Ölpreise.

Dagegen profitierte der Index der Reise- und Freizeitunternehmen mit plus 0,54 Prozent von dieser Entwicklung, die etwa die Kerosinkosten für Fluggesellschaften tendenziell verringert.

Für den Index der Autobauer und -zulieferer ging es an der Spitze des Branchentableaus um 1,62 Prozent hoch. Händler sagten, dass der Sektor am Markt inzwischen zunehmend als unterbewertet betrachtet werde.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren am Dienstag dünn gesät. Die Aktien der UBS gewannen mit 1,14 Prozent stärker als die Branche, nachdem die Schweizer Bank eine Auseinandersetzung mit der US-Börsenaufsicht SEC gegen eine Zahlung von fünf Millionen US-Dollar beigelegt hatte./gl/fba