PARIS/LONDON/MADRID (dpa-AFX) – Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstagvormittag insgesamt nur wenig verändert präsentiert. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand zuletzt gerade mal 0,01 Prozent höher bei 3603,00 Punkten, nachdem er am Tag zuvor erstmals seit Anfang Juni wieder die Marke von 3600 Punkten übersprungen hatte. Die jüngsten Rekorde an der New Yorker Börse und Kursgewinne am japanischen Aktienmarkt verhinderten größere Verluste, hieß es aus dem Handel.

Für den französischen CAC-40 ging es um 0,21 Prozent auf 5361,70 Punkte hoch. Der britische FTSE 100 rückte um 0,04 Prozent auf 7442,06 Punkte vor. Am Aktienmarkt in Frankfurt wird am Dienstag wegen des Tags der Deutschen Einheit nicht gehandelt.

Die Börse in Madrid, die am Vortag besonders unter dem Referendum über die Unabhängigkeit der Region Katalonien gelitten hatte, weitete ihre Verluste geringfügig aus. Der spanische Leitindex Ibex 35 stand zuletzt 0,11 Prozent tiefer bei 10 244,70 Punkten. Die von Katalonien angestrebte Abspaltung von Spanien bleibt das beherrschende Thema. Zuletzt hatten Gewerkschaften und andere Organisationen in Katalonien für den heutigen Dienstag zu einem Generalstreik aufgerufen. Damit soll gegen die Polizeigewalt während des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums vom vergangenen Sonntag protestiert werden.

Konjunkturseitig standen Erzeugerpreise aus der Eurozone im Blick. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, lagen sie im August um 2,5 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr. Experten hatten eine Jahresrate von 2,3 Prozent erwartet. Die Erzeugerpreise beeinflussen die Verbraucherpreise, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet.

In der Stoxx-600-Branchenübersicht war am Dienstag der Rohstoffsektor mit plus 0,8 Prozent vorne. Die in London schwer gewichteten Aktien der Bergbaukonzerne legten deutlich zu. Anglo Amercian etwa verteuerten sich um rund 2 Prozent, auch weil die HSBC die Papiere von "Hold" auf "Buy" hochgestuft hatte.

An der Spitze im Londoner "Footsie"-Index gewannen die Anteile von Ferguson , ehemals Wolseley, nach Vorlage von Geschäftszahlen mehr als 3 Prozent. Der auf Heizungsprodukte und Baumaterialien spezialisierte Konzern hob die Dividende an und plant ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 500 Millionen Pfund. Ferguson hatte sich zudem positiv zum US-Markt geäußert und kommt offenbar auch mit den Veräußerungen in Nordeuropa gut voran.

Schwächster Sektor in Europa war die Versorgerbranche mit minus 0,6 Prozent. Im Eurostoxx waren die Aktien von Iberdrola mit einem Abschlag von fast 2 Prozent das Schlusslicht. Die US-Bank JPMorgan hatte die Aktien von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft. Die politische Unsicherheit in Spanien verstärke den Gegenwind für den Versorger, schrieb Analyst Javier Garrido./ajx/edh