PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die Zuspitzung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit hat Europas Aktienmärkte am Mittwoch weiter belastet. Der zunehmende US-Protektionismus bleibe das größte Risiko für die Finanzmärkte und dürfte zunehmende Kursschwankungen nach sich ziehen, warnte Richard Turnill, globaler Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter BlackRock.

Der EuroStoxx 50 weitete seine Anfangsverluste aus: Gegen Mittag büßte der Eurozonen-Leitindex 0,88 Prozent auf 3317,32 Punkte ein, womit er an seine Vortagsschwäche anknüpfte. Der CAC 40 in Paris verlor 0,59 Prozent auf 5121,62 Punkte und der Londoner FTSE 100 gab um 0,43 Prozent auf 6999,94 Zähler nach.

Für den am Dienstag erholten US-Leitindex Dow Jones Industrial zeichneten sich sogar Kursverluste von knapp 2 Prozent ab. Der Hang-Seng-Index an der auch für ausländische Anleger offenen Börse der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong schloss über 2 Prozent im Minus.

Nach der Ankündigung von 25-prozentigen Strafzöllen auf chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar durch die Vereinigten Staaten konterte Peking mit eigenen Sonderabgaben. Wie das Staatsfernsehen berichtete, sollen zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf amerikanische Einfuhren in gleicher Höhe erhoben werden.

Am besten schlugen sich in Europa noch die Aktien von Konsumgüterherstellern: Deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 schaffte als einziger Gewinner ein minimales Plus. Ganz unten im Branchentableau fanden sich dagegen die Rohstoffwerte wieder, deren Index um 2,10 Prozent absackte.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren erneut rar. Die Aktien von Swiss Re büßten als einer der größten Verlierer im Schweizer Leitindex SMI fast 3 Prozent ein. Dass der Schweizer Rückversicherer von einer maximal zehnprozentigen Beteiligung des japanischen Technologiekonzerns Softbank ausgehe, könnte am Markt als Enttäuschung aufgenommen werden, schrieb UBS-Analyst Jonny Urwin. Er verwies auf die zuvor in Berichten kolportierte Beteiligung von 25 Prozent.

Dagegen ragten die Aktien des französischen Energieversorgers Engie aus der vergleichsweise robusten Branche noch positiv heraus: Dank einer neuen Kaufempfehlung der Schweizer Bank Credit Suisse eroberten sie mit plus 1,06 Prozent die EuroStoxx-Spitze./gl/jha/