PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die Anleger an Europas Aktienmärkten haben den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran gut weggesteckt. Die wichtigsten Indizes legten sogar etwas zu, weil der Schritt der Vereinigten Staaten bereits erwartet worden war. Abgesehen davon stützte am Mittwoch einmal mehr der weiter schwache Euro die Kurse, da sich dadurch die Exportaussichten der Unternehmen verbessern.

Der EuroStoxx 50 gewann zur Mittagszeit 0,31 Prozent auf 3569,05 Punkte. Der CAC 40 in Paris legte um 0,08 Prozent auf 5526,59 Punkte zu. Der Londoner FTSE 100 stieg um 0,51 Prozent auf 7604,04 Zähler.

Die im Rahmen des Abkommens von den USA ausgesetzten Sanktionen sollen in voller Härte wieder zum Tragen kommen. Am Ölmarkt trieb die Entscheidung die Preise in die Höhe. Aber bereits am Aktienmarkt in New York hatten die Anleger gelassen reagiert.

Dennoch dürfe die Situation nicht unterschätzt werden, mahnte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Denn sollte es der Europäischen Union nicht gelingen, das Abkommen ohne Hilfe der USA zu erhalten, drohe sich der Konflikt im Nahen Osten erneut zu verschärfen. Sorgen über die langfristigen Folgen könnten dann zu einer erhöhten Risikoaversion an den Börsen führen.

Unter den Favoriten im EuroStoxx zogen die Aktien von AB Inbev um rund 3 Prozent an. Der weltgrößte Bierbrauer war dank einer starken Nachfrage in China, Europa und Mexiko gut in das laufende Jahr gestartet.

Die niederländische Großbank ING begann das Jahr zwar mit einem überraschenden Gewinnsprung. Allerdings büßten die Papiere frühe Gewinne ein und fielen zuletzt um mehr als 2 Prozent. Der anhaltende Margendruck belaste weiterhin den Ausblick, schrieb Analyst Marcell Houben von der Bank Credit Suisse.

Ebenfalls unter Druck gerieten die Anteilsscheine von Ahold Delhaize , die mehr als 2 Prozent verloren. Der Handelskonzern war im ersten Quartal vom starken Euro gebremst worden.

in London stiegen die Papiere von Vodafone um mehr als 1 Prozent. Der britische Mobilfunkbetreiber will, wie bereits zuvor spekuliert, große Teile des Breitbandanbieters Liberty Global kaufen, darunter den deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Vodafone stiege damit in Deutschland und Osteuropa zu einem großen Anbieter von Telefon-, Internet-, TV- und Mobilfunkdiensten auf, schrieb Marktanalyst Neil Wilson vom Handelshaus Markets.com./la/fba